Kapitel 4 – Ich packe, also bin ich

Man nehme sein Leben, stecke es in einem Rucksack und reise um die Welt! Das Gepäck ist übrigens auf 25 kg begrenzt. Und ja Du hast nur diesen einen Rucksack für ein ganzes Jahr.

Dieser Rucksack wird deine Garderobe, deine Schubladen in der Küche, dein Spiegelschrank im Badezimmer und manchmal sogar deine Werkzeugkiste in der Garage sein. Du wirst damit Winter und Sommer, Tag und Nacht zusammen verbringen. In sich wird es deine wichtigsten Sachen tragen, und du wirst ihn als seine Belohnung durch erstaunliche Städte und Landschaften tragen. Soviel zur idyllischen Theorie, aber nun ganz ehrlich: Was lässt du zuhause zurück?

Hier bin ich also ein Tag vor der Abreise. Ich packe ein und packe zum dritten Mal aus. Das Bett sieht aus, als hätte mein Rucksack sich betrunken darüber übergeben. Es ist umgeben von Kleidern und Gegenständen, die eigentlich darein gehören.

Ich fange wieder von vorne an. Hemden, Shorts, Schuhe. Ein Paar Sneakers für das ganze Jahr und ein Paar Trekking-Schuhe für die besonderen Ausflüge. Eine Jacke oder vielleicht zwei? Was ist mit meiner Grunge-Strickjacke, nicht warm und nimmt zu viel Platz ein, aber ich liebe sie. Eingepackt! Nun, war gar nicht so schlimm. Ich habe fast alles, fehlt nur meine Unterwäsche, Socken, Kamera, Kompass, Ladegeräte, Ledertasche, Laptoptasche, Schlafsack, kleines Messer, großes Messer, Schweizer Taschenmesser, iPhone, iPad, Macbook, Ohrhörer, Ohrstöpsel , Toilettenartikel, Handtücher, Taschenlampe, Medizin-Tasche, Badeshorts und Sonnenbrillen. Erledigt! Natürlich ist es zu viel Zeug. Tief in mir weiß ich es auch, aber es ist schwer sich das einzugestehen. Wir sind halt was wir haben, zumindest in diesem Teil der Welt!